
Campesinos kämpfen um ihr Land
Im bergigen Bundesstaat Jujuy, einer der ärmsten Provinzen Argentiniens, leben die indigenen Bevölkerungen der Kolla und Guarani seit Jahrhunderten von Ackerbau und Viehzucht. Aber sie besitzen das Land nicht, das sie bestellen.
Die Andenprovinz Jujuy liegt im Nordwestzipfel Argentiniens, an der Genze zu Bolivien und Chile. Seit seiner Gründung vor 1989 Jahren setzt sich der Rat der Indigenen Organisationen von Jujuy (COAJ) für die offizielle Zuerkennung kollektiver Landrechte in mittlerweile 200 Gemeinden ein.
Wertvolles Land
Mineralvorkommen und spektakuläre Naturschönheiten haben in den letzten Jahren die Begehrlichkeiten nationaler und internationaler Investoren für die Regionen Puna und Quebrada de Humahuaca geweckt. Ohne die Organisation COAJ hätten die hier lebenden Kolla deshalb keine Chance, ihr Land zu verteidigen. Das Volk der Guarani dagegen hat sein Land schon im 19. Jahrhundert verloren. Die Menschen hoffen, mit Unterstützung von COAJ den großen Zuckerrohrimperien wenigstens wieder so viel Land abzutrotzen, wie sie zum Überleben brauchen.
Wahrnehmung der eigenen Rechte
Bei Dorfbesuchen und auf Fortbildungsveranstaltungen beraten die COAJ-Mitarbeiter die Gemeindevertreter bei der Wahrnehmung ihrer Interessen. In den Dörfern herrscht bittere Armut. Lebensmittel, Gesundheitsversorgung, Strom und Wasser, aber auch der Besuch einer Schule sind fast unerschwinglich. Deshalb ist die Verbesserung der Lebensbedingungen der Gemeinden ein weiterer Schwerpunkt des Rates. Ergänzt wird die Basisarbeit durch Lobbyarbeit auf Provinz- und Landesebene und juristische Vertretung bei Rechtsstreitigkeiten.
Wichtige Erfolge
Der Weltfriedensdienst unterstützt die Partnerorganisation COAJ seit dem Jahr 2000. In dieser Zeit wurde viel erreicht. Die gesetzliche Möglichkeit kollektiver Landtitel wurde durchgesetzt, Landnahme durch Hoteliers und Bergbauunternehmen verhindert, Umweltstudien und Entschädigungen verhandelt. Etwa 170 Gemeinden sind inzwischen als juristische Person registriert, elf Gemeinden haben ihren kollektiven Landtitel bereits erstritten.
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