
Senegal: Frieden in der Casamance
Über zwei Jahrzehnte lang gab es in der Region Casamance im Süden Senegals blutige Auseinandersetzungen. Auch heute noch kommt es zu vereinzelten Überfällen. Die Mehrheit der Bevölkerung aber hofft auf einen dauerhaften Frieden.
Leidvolle Geschichte
Der Jahrzehnte andauernde Konflikt, die ständige Gefahr von Guerillaüberfällen oder gewaltsamen Reaktionen des Militärs, hat in den Familien und Gemeinden tiefe Wunden hinterlassen. Auch wenn es in der Bevölkerung noch immer Ressentiments gegenüber der senegalesischen Regierung im Norden gibt, begegnet man den Unabhängigkeitskämpfern mittlerweile mit Unverständnis und Ablehnung.
Notwendiger Dialog
Voraussetzungen für einen stabilen Frieden sind Dialog und Versöhnung. Aber die Angst auf allen Seiten sitzt tief. Sie verhindert, dass die Menschen offen aufeinander zugehen und gemeinsam Lösungen suchen, z.B. wenn es um die Wiedereingliederung ehemaliger Kämpfer oder die Rückkehr von Flüchtlingen geht.
Miteinander reden ohne Angst
Erstes Ziel der Arbeit war es daher, eine angstfreie Atmosphäre zu schaffen, in der die Menschen einander begegnen und miteinander reden können. Auf öffentlichen Veranstaltungen, in Theater-Aufführungen, bei denen auch das Publikum mitspielen konnte, wurden die Themen Toleranz, friedliches Zusammenleben und Nachbarschaft aufgegriffen.
Friedenskomitees stärken die Gemeinschaft
Um den Friedensprozess auf Basisebene zu stärken, wurden unter anderem Friedenkomitees initiiert, die die soziale Wiedereingliederung ehemaliger Guerillakämpfer ermöglichen und begleiten sollen. Das Projekt im Rahmen des Zivilen Friedensdienstes konzentriert sich auf vier Regionen, die besonders vom Krieg betroffen sind. Es wendet sich an die Einwohner der Kommunen, an ehemalige Guerilla-Kämpfer und ihre Familien, an Flüchtlinge und Kriegsopfer. Lehrer, traditionelle Führer, kirchliche Autoritäten wurden zu Fortbildungen eingeladen, um einen besseren Umgang mit schwierigen, konfliktträchtigen Themen zu lernen.
USOFORAL - Vereinigen wir uns!
Partnerorganisation des Weltfriedensdienstes, der das Projekt personell und finanziell unterstützt, ist die Nichtregierungsorganisation USOFORAL. Diesem Netzwerk gehören rund 50 Vertreterinnen örtlicher Frauengruppen und traditionelle Priesterinnen an.
Vielfältige Aktivitäten
Mit zahlreichen Aktivitäten sorgt USOFORAL dafür, dass Feindbilder abgebaut und positive Gegenentwürfe zu einer "Kultur der Gewalt" vermittelt werden, die jahrzehntelang das Leben der Menschen beherrschte. Mit einer eigenen Theatergruppe, die in regelmäßigen Abständen in den Dörfern gastiert, stellt USOFORAL Methoden gewaltfreier Konfliktbearbeitung dar und vermittelt auch in alltäglichen Konflikten.
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