Palästina: Genossenschaftsförderung in Ramallah

Seit vielen Jahren unterstützt der Weltfriedensdienst die Frauen in den Dörfern Kafr Na'meh und Bila'in dabei, den Lebensunterhalt für ihre Familien zu verdienen. Trotz vieler Schwierigkeiten gibt es die Frauengenossenschaft noch immer.

In den ersten Jahren nach der Gründung konnte die Frauengenossenschaft, die vor allem eine Näherei und eine Stickerei unterhielt, ein gutes Einkommen erzielen. Diese Zeiten sind lange vorbei. Spätestens seit dem Bau der israelischen Mauer ist der Verkauf von Waren drastisch zurückgegangen. Sowohl die Beschaffung von Materialien als auch der Transport der fertigen Textilien ist durch israelische Zölle und Kontrollen inzwischen fast unmöglich geworden.

Neue Erwerbsmöglichkeiten

Dennoch blicken die Frauen in Kafr Na'meh und Bil'in keineswegs pessimistisch in die Zukunft. So gibt es seit ein paar Jahren eine Kindertagesstätte, in denen die Kinder aus diesen beiden Ortschaften an fünf Tagen pro Woche betreut werden und so ein Stück unbeschwerte Kindheit genießen können - trotz der gewaltvollen Umgebung, in der sie aufwachsen. Die Tagesstätte ermöglicht den Müttern, an Fort- und Weiterbildungen teilzunehmen. Einige junge Frauen haben inzwischen eine Qualifikation als Kosmetikerin oder Friseurin. Wenige haben es sogar geschafft, eine Anstellung in Ramallah zu bekommen.

Starkes Gemeinschaftsgefühl

Die Frauen sind sicher, daß ihre Arbeit trotz aller Rückschläge und Hindernisse erfolgreich ist. Auch wenn es immer schwerer wird, mit den kunstvollen Stickereien Geld zu verdienen und kaum noch Touristen nach Ramallah kommen, trägt das eigenverantwortliche Engagement, dass die Frauen ihren Familien und den anderen Dorfbewohnern vorleben, doch deutlich sichtbare Früchte. Das Dorf Bil'in ist weltweit zum Symbol eines gewaltfreien Widerstands gegen die israelische Mauer geworden und seit Februar 2005 Standort wöchentlicher friedlicher Proteste.