
Burkina Faso: Fußball macht Schule
Auch in Burkina Faso übt der Fußball eine besondere Anziehungskraft auf Jugendliche aus. Ein Fußball-Internat macht sich diese Faszination zunutze. Es bietet Straßenkindern in der Hauptstadt des Landes die Möglichkeit, eine Schulbildung und damit neue Perspektiven zu erhalten.
Die Straßenkinder in Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou stammen oft aus Bauernfamilien, die nach Dürren und Missernten in die Randgebiete der Großstadt gezogen sind oder aus Familien burkinischer Abstammung, die vor den Konflikten in der benachbarten Elfenbeinküste flohen. Häufig schließen sich die Kinder in Banden zusammen, um mit Diebstählen und Überfällen ihren Lebensunterhalt zu verdienen.
Erstes Ziel: Grundschulbildung
Im Fußball-Internat lernen die Kinder lesen und schreiben und erhalten einen Grundschulabschluss - Voraussetzung für eine weitere berufliche Ausbildung. Während der ganztägigen Betreuung erwerben die Jungen aber auch wichtige soziale Fähigkeiten.
Geregelter Tagesablauf
Der Tagesablauf im Internat gliedert sich in klassischen Schulunterricht, Fußball-Training und gemeinsame Abendveranstaltungen. Dabei werden die Kinder in Gruppendiskussionen und Rollenspielen zum Beispiel über AIDS aufgeklärt oder über Probleme wie Kinderarbeit und Kinderhandel informiert.
Fußball-Training als Belohnung
Das Internat stellt sicher, dass die Schüler auch in ihrer Freizeit in betreuter Umgebung soziale Fähigkeiten erwerben und trainieren können, ohne dem Risiko ausgesetzt zu sein, wieder auf der Straße zu landen. Nur wer regelmäßig am Schulunterricht teilnimmt, darf auch beim begehrten Fußball-Training mitmachen.
Fairness und Toleranz
Das Fußballspiel dient aber nicht nur als Anreiz für den Schulbesuch. Mit seinem einfachen Relgelwerk gilt Fußball mittlerweile auch in Sozialarbeit und Therapie als integrative Maßnahme, die den Kindern und Jugendlichen spielerischen Zugang zu Fairness und Toleranz ermöglicht. Das große Streetfootball-Turnier anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft hat dies in eindrucksvoller Weise gezeigt.
Projekte in Europa


