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Für eine gerechtere Welt

    Guinea – Friedensarbeit in unfriedlichen Zeiten

    Wahlkampfatmosphäre im Berliner Afrika-Haus. Mit Fotos vom Wahlkampf und dem Wahltag, T-Shirts, Plakaten, Flyern und Stoffen mit den Konterfeis der Kandidaten und anderem Wahlwerbematerial hatte Susanne Souaré den Raum gestaltet. Sie lebt mit ihrem Mann Aboubacar Souaré im westafrikanischen Guinea, wo im Juli die ersten demokratischen Präsidentschaftswahlen nach 50 Jahren Militärdiktatur stattfanden.

     „Ohne Hoffnung ist man wie gelähmt“, lautet das Credo von Lamine Bah, Mitbegründer von OGDH (Guineische Organisation zur Verteidigung der Menschenrechte) und Koordinator des gemeinsamen Projekt mit dem WFD. Gemeinsam mit Aboubacar Souaré, WFD-Friedensfachkraft, berichtete er vor gefülltem (Afrika-)Haus in Berlin Moabit von der dramatischen Vorgeschichte und dem höchst ermutigenden Verlauf der Wahlen.

    RPPC, ein Projekt des Zivilen Friedensdienstes (ZFD) in Kooperation mit dem WFD, hat in einem Umfeld von Willkür und Machtmissbrauch ein „Spinnennetz des Friedens“ gesponnen, das sich flexibel an die sich ständig ändernden Situationen anpasst. Ein beeindruckendes Beispiel sind Telefonketten. Sie funktionieren als Frühwarnsystem, ermöglichen aber auch schnelles Dementieren von gezielt durch Politiker und Militärs gestreuten Gerüchte, die die verschiedenen Gruppen gegeneinander aufhetzen sollen.

    Die Stichwahl im September soll eine Ära extremer Gewalt in dem westafrikanischen Land beenden, das trotz reicher Rohstoffvorkommen zu den ärmsten der Welt gehört. Die Referenten machten deutlich, dass das größte Friedenspotential des von Bürgerkriegsländern umgebenen Guinea die traditionell ausgesprochen friedliche Kultur des Zusammenlebens der verschiedenen Ethnien ist.