SOS aus Rio de Janeiro
Nach den heftigsten Regenfällen seit fast einem halben Jahrhundert werden im Großraum Rio de Janeiro mittlerweile über 170 Tote und 14.000 Obdachlose gezählt. Besonders betroffen von dramatischen Überschwemmungen und Erdrutschen ist die Gemeinde São Gonçalo vor den Toren von Rio de Janeiro. Der Gouverneur des Bundesstaates Rio de Janeiro, Sergio Cabral, hat für São Gonçalo, und nur für São Gonçalo, einen 90-tägigen Notstand ausgerufen.
Der Weltfriedensdienst unterstützt dort das „Centro de Assessoria ao Movimento Popular – CAMPO“.
Hier der Bericht des WFD-Mitarbeiters Lutz Taufer von Donnerstag, dem 8. April:
„Liebe Freunde in Deutschland,
die Situation im Projektgebiet ist viel dramatischer als wir bisher angenommen haben. Das erfahre ich heute morgen von meiner Kollegin Roberta, die gestern den ganzen Tag dort war. Zum Regensturm kam eine Sturmflut, die vor allem die beiden Orte Palmeiras und Conjunto Marinha meterhoch unter Wasser gesetzt haben. Feuerwehr und Ziviler Hilfsdienst haben zahlreiche Tote aus den Häusern geborgen. Die Militärpolizei geht gegen Plünderer vor.
Nach Mitteilung des Stadtrats Paiva der Präfektur von São Gonçalo werden zwei Favelas aufgegeben, d.h. die Bewohner werden evakuiert. Viele Menschen weigern sich, ihre Häuser zu verlassen und halten sich auf den Dächern ihrer Häuser auf. Viele haben ihre hochstehenden Wasserreservoirs geleert, um Kinder und Alte in den Behältern vor der Flut zu schützen. Im Wasser schwimmen Krokodile und Kobras. Die beiden vom WFD geförderten Berufsbildungszentren Palmeirinhas und Conjunto Marinha sind auf dem Landweg nicht mehr zu erreichen.
Vor allem, weil die Flut in Minutenschnelle stieg, haben die Menschen alles verloren, nicht zuletzt auch alle Dokumente. Retten konnten sie nur das, was sie auf dem Leib trugen. Die Hilfe in der Region läuft an, aber sie ist unkoordiniert und viel zu gering. Es fehlt an Geld, vor allem um Lebensmittel zu kaufen. Der Kindergarten Serpa (WFD-Projekt) hat obdachlose Familien aufgenommen, und kocht für sie aus seinen bescheidenen Vorräten. Es fehlt nicht zuletzt auch an psychologischer Betreuung, viele Menschen sind verzweifelt, kaum mehr ansprechbar. CAMPO hat Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt, um obdachlose Menschenunterzubringen. Eure Hilfe leite ich sofort an die Bedürftigsten weiter, vielen Dank dafür!
Lutz Taufer“
Die am schlimmsten betroffenen Menschen in den Favelas brauchen dringend Hilfe. Der WFD verfügt mit seinem Projekt Campo über die notwendigen Kontakte, um Hilfe sofort wirksam werden zu lassen. Spenden auf unser Spendenkonto 505 bei der Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 100 205 00
swiftcode: BFSWDE33BER, IBAN: DE06 1002 0500 0003 1475 05, Stichwort ‚Nothilfe Rio’ werden umgehend an CAMPO weitergeleitet. Unsere MitarbeiterInnen vor Ort tun alles, um die Not in den betroffenen Gemeinden zu lindern. Weitere News z.B. unter www.uol.com.br .
Kommentare: 2











Kommentar von : Mr WordPress, 13. Mai 2010
Hallo, das hier ist ein Kommentar.
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Kommentar von : admin, 21. Mai 2010
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